Was macht eine gute Fotografie aus? – Gedanken zum anders sein! – Fotografie in Flensburg

Im Ursprung bedeutet Fotografie “mit Licht zeichnen”. – Heute ist Fotografie so viel mehr. Es geht um Bildinhalte, es geht um Bildwirkung, um Stimmungen und um Glaubwürdigkeit. In der Werbefotografie geht es genau darum den Punkt zu treffen an dem alles richtig ist.
Nehmen wir ein einfaches Lächeln als Beispiel. Ein Bild von einer Frau die einfach lacht. Je nachdem wie meine eigene Stimmung gerade ist, kann das gleiche Lachen entweder freundlich und offen auf mich wirken oder aber übertrieben und unglaubwürdig.
Fotografie ist ja ein Medium das eigentlich die Wirklichkeit zeigt oder zumindest zeigen sollte. Stellt sich jetzt für mich erst einmal die Frage was Wirklichkeit ist. Eine Wirklichkeit die für mich echt ist, muss es noch lange nicht sein. Es kommt immer auf den Winkel an, aus dem ich mir etwas ansehe. Ich habe kürzlich ein Video gesehen in dem ein laufender Mensch gezeigt wurde. Eine eigentlich eindeutige Szene wie ich dachte – mehrere Wirklichkeiten. Aus dem ersten Betrachtungswinkel sah es aus als würde die Person eine Tasche entwenden und davon laufen. Aus dem zweiten Kamerawinkel sah man die selbe Szene ganz anderes. Die laufende Person versuchte jemanden vor etwas zu schützen was von einem Baugerüst viel. Jede Kleinigkeit die zu sehen ist, ist also wichtig für die Geschichte und für den Inhalt des Bildes.
Für mich als Bildkonsument muss ein Bild aber erst einmal Aufmerksamkeit erregen. Es MUSS anders sein. Ansonsten gehe ich als Werbetreibender das Risiko ein übersehen zu werden. Ein Bild das “langweilig” ist oder genauso aussieht wie all die anderen verfehlt seine Wirkung. Noch schlimmer sind Bilder die über Bildagenturen bezogen und verwendet werden. Man stelle sich einmal vor wie peinlich es wäre, wenn zwei Werbeagenturen zur gleichen Zeit für unterschiedliche Kunden in der gleichen Region, das gleiche Bild benutzen würden.
Viele Aspekte also, die zu bedenken sind. Aber was macht jetzt tatsächlich ein gutes Bild aus? Für mich als Werbefotograf gibt es neben den Aspekten die oben erwähnt wurden eigentlich nur vier Dinge – Das Licht muss mich faszinieren, das Bild muss mir eine kleine Geschichte erzählen, es muss eine positive Wirkung erzeugen und es muss den Betrachter oder den Fotografierten begeistern.  Alles andere sind persönliche oder auftragsbezogene Präferenzen. Es verhält sich ähnlich wie in der Musik. Je jünger man ist, desto mehr muss es “krachen” und je älter man wird, desto feiner muss es strukturiert sein. In der Werbung zählt für mich dort die angestrebte Zielgruppe und deren Gefühl von Modernität. Ein klassischer Bildaufbau und eine gewisse Schärfe helfen natürlich aber die Lomographie und Hipstamatic haben mich gelehrt das es auch anders geht. Der derzeitige Trend zur “alten”, analogen Fotografie auf Filmmaterial zeigt, das die Suche nach dem anderen Bild und vor allem nach dem unmanipulierten Orginal wieder alles in Frage stellt.

  • Andreas Feininger – sagte einmal: “Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.”